Dachbegrünungen in Filmen

Auch in Hollywood sind Dachbegrünungen längst bekannt. Das wohl berühmteste Beispiel für begrünte Dächer im Film kann man beim Kassenschlager "Herr der Ringe" bewundern. Der Regisseur Peter Jackson legte von Anfang an viel Wert auf Ausstattung und Authentizität der Drehorte. Möglichst realistisch sollten sowohl die abenteuerlichen als auch die romantischen Landschaften aussehen. Besonders viel Mühe verwandte er und sein Team auf die Gestaltung des Auenlands, der Heimat von Frodo und den anderen Hobbits. Die Requisiteure und Szenenbildner begannen schon ein Jahr vor den eigentlichen Dreharbeiten, das Auenland mit üppiger Natur auszustatten. Als Drehort wählte Jackson den kleinen Ort Matamata in Neuseeland. Die Häuser der Hobbits wurden nach der Romanvorlage höhlenartig konstruiert und weisen die typische Dachbegrünung auf.

Die Bewohner des Auenlands sind sehr naturverbunden, was nicht nur die Art ihrer Behausung deutlich macht. J.R.R. Tolkien, der Autor von "Herr der Ringe", betonte des Öfteren, dass das Auenland dem ländlichen England nachempfunden wurde. Die Umgebung ist frei von industriellen oder städtischen Einflüssen. Darüber hinaus sind Hobbits sehr friedfertige und einfache Geschöpfe, die ihr Glück nicht in der Ferne suchen, sondern lieber ein unspektakuläres Leben in der Heimat bevorzugen. Die Dachbegrünung ist somit ein Sinnbild für die Natur- und Heimatverbundenheit der Hobbits.

Aber nicht nur in Fantasystreifen wie bei "Herr der Ringe" tauchen Dachbegrünungen in Filmen auf. Gerade Produktionen mit mittelalterlichem Plot, die Wert auf Echtheit der Szenerie legen, kommen nicht ohne Dachbegrünungen aus. Denn die Hausdächer im Mittelalter kannten als Baustoffe nur selten Holz oder Stein. Diese Materialien waren schlichtweg zu teuer und nur den wohlhabenden Gesellschaftsschichten vorbehalten. So kamen also Gräser, Moos und besonders Stroh für die Hausabdeckung in Frage. In Filmen wie zum Beispiel "Braveheart" oder "Königreich der Himmel" kann man die mäßig schützenden Bedachungen sehen. Auch in Mittelalterkomödien wie etwa "1½ Ritter" mit Til Schweiger wird nicht auf die zeitgemäße Dachbegrünung verzichtet.

Das Thema Dachbegrünung ist also ein fester Bestandteil in der cineastischen Welt. Und wer meint, dies gelte eher für modernere Filmproduktionen, der irrt. Schon 1954 kam mit dem französischen Film "Mord auf dem Dachgarten" von Henri Decoin ein spannender Pychothriller in die Kinos, der das Motiv einer Dachbegrünung als Stilmittel ausgezeichnet verarbeitet. Inhaltlich geht es um vier Frauen, die von einem psychopathischen Journalisten zu einem mörderischen Abendessen auf seiner Dachterrasse eingeladen werden.


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